bookmark_borderModellformen der „heruntergekommenen Sprache“ bei Ernst Jandl

Vortrag im Literaturhaus, 15. Oktober 2024

Hier bis 22. Oktober 2024 zum Nachsehen:

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Mitte der 1970er Jahre, Ernst Jandl befindet sich in einer Schreibkrise. Die deutsche Sprache, in der er, wenn auch experimentell, schreibt und zu einem der avanciertesten und zugleich populärsten Dichter:innen der 1960er und 1970er Jahre wurde, scheint ihm keine neuen Möglichkeiten zu bieten. Da entdeckt er ein Idiom, das fernab literarisch-kultureller Codierung, zur schubhaften Verfertigung  neuer Gedichte in einer Sprache führt, die er selbst als „heruntergekommen“ bezeichnen wird. Ans sogenannte Gastarbeiterdeutsch der Migrant:innen angelehnt, verwendet es elementare sprachliche Formen wie die Nennform, reduziert – scheinbar – ihre Mittel, nimmt einen verpönten, belächelten und zur Ausgrenzung der vor allem türkischsprachigen Migrant:innen instrumentalisierte Sprechweise auf und verwandelt diese: in Poesie.

Der Vortrag möchte diese frühe „Übersetzung“ oder Übertragung eines sozial marginalisierten Sprachcodes in die Dichtung nachzeichnen, beschreiben und ggf. mit anderen vergleichbaren Projekten der späteren Lyrik- und Literaturgeschichte in Verbindung bringen. Könnte man die Gedichte in „heruntergekommer sprache“ als Modell einer Sprache der Zukunft verstehen? Ihre Unfertigkeit als Quellcode für Poesie schlechthin? Jandls Neugierde und Interesse für Anderssprachiges als Vorbild zur Entfremdung des sogenannten „eigenen“, das oft zur Norm erhoben wird und damit Zweiklassengesellschaften begründet?

Vortrag: Michael Hammerschmid

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit neuer wiener diwan.

bookmark_borderLesungen/Workshops/Vortrag Oktober 2024:

7.10.2024: Workshop „was keiner kapiert“: Hauptbücherei Wien (nur für Schulen)
14.10.2024: Workshop „was keiner kapiert“: Stadtbibliothek Simmering (nur für Schulen)
15.10.2024 (19h): Vortrag zu Ernst Jandls „heruntergekommener Sprache“: Literaturhaus Wien
18.10.2024: Lesung und Gespräch im von Prof. Werner Michler und Mag.a Herlinde Aichner geleiteten Seminar „Kinder“ am Fachbereich Germanistik, Universität Salzburg (nur für Studierende)
21.10.2024: Lesung „was keiner kapiert“ Stadtbibliothek Philadelphiabrücke Wien (nur für Schulen)
24.10.2024: Lesung „stopptanzstill!“ in der Privatschule Dobl (organisiert von der Bibliothek Dobl-Zwaring) (Schullesung)


bookmark_borderwas keiner kapiert


Michael Hammerschmid
was keiner kapiert
Illustriert von Barbara Hoffmann
ab 13 Jahren
112 Seiten
2024
ISBN: 978-3-7026-5996-7 

Jungbrunnen-Verlag

„manchmal ist der tag zu lang. zu kurz. zu leer. zu flimmernd. 
und was soll ich werden, alles oder nichts? bin ich ein flügelleichtes ich, eher wesenlich?
bin alt und jung, bin fremd und weich. die anderen sind da, mal fremd, mal nah.
und doch, versteht mich jemand?
was keiner kapiert wird in michael hammerschmids gedichten in all seiner pracht, in vielen facetten und in gnadenloser zielgenauigkeit eingefangen, poetisch und mit unbändigem rhythmusgefühl. der beat in den ohren, der beat im herzen, immer mit barbara hoffmanns originellem strich an seiner seite.“ (Klappentext)

Rezensionen (Auswahl):

Iris Gassenbauer: fernkurs tipps der literarischen kurse der stube, juli 2024

Linn Ritsch: Kleine und große Schätze. Was sich alles zwischen Buchdeckeln verstecken kann: Geschichte, die lebendig wird, Erinnerungsschätze und fantasievolle Wortwelten. In: Anzeiger. Magazin für die österreichische Buchbranche. Nr. 7-8 / 24, S. 22-23.

Daniela Zinser: Lyrik für Anfänger. Ab 13 Jahren: Der Gedichtband „was keiner kapiert“ von Michael Hammerschmid fasst die Suche nach dem ich und die Frage nach dem Sinn in teenagernahe Worte. In: Die Rheinpfalz Nr. 216. 16.9.2024 (Rubrik: Kinder- und Jugendbuch)

Kathrin Wexberg: Lyrische Selbsterkundungen. Ein Buchtipp von STUBE, Institut für Jugendliteratur und DIE FURCHE. Vgl. www.stube.at sowie im Print (und E-Paper) Die Furche, 10.10.2024, Feuilleton, S. 15.

Kirstin Breitenfellner: Heute bin ich nur im Handy. Diese Gedichte für Jugendliche machen süchtig. In: Falter Nr. 42b/24. Bücher-Herbst 2024 (16. Oktober 2024), Jugendbücher, S. 29

Andrea Wanner: Sich finden und wiederfinden. Titel Kulturmagazin. das Online-Kulturmagazin seit 2020, www.titel-kulturmagazin.net. 11.11.2024

Franz Lettner zu „was keiner kapiert“ in Ex Libris, Ö1, Sonntag, 17.11.2024, 16h47-16h55

Linn Ritsch: Cool muss lesen. complete Magazin 2024

Lyrik für die Jugend: Michael Hammerschmid trifft ins Herz der Teenager! Thüringer Nachrichten 22.11.2024

Susan Kreller: Eine wuchtig-poetische Wohltat. In: 1001 Buch. Porträt. Heft 04/2024. Hg. v. AG Kinder- und Jugendliteratur. Redaktion Franz Lettner. S. 57.

Heinz Wagner: Was ist der Algrhythmus für ein Rhythmus? 27.12.2024, auf: www.kijuku.at

Preise und Auszeichnungen:

Deutschlandfunk. DIE BESTEN 7BÜCHERMARKT – Bücher für junge Lesende
Die Deutschlandfunk-Bestenliste im August mit dem Juror Thomas Linden
Sendung: Samstag, 3. August 2024                       
16.05 bis 16.30 Uhr
Am Mikrofon: Ute Wegmann
LINK zur SENDUNG

Der Lektorix des Monats, der Buchpreis von FURCHE, Stube und Institut für Jugendliteratur. Oktober 2024

Fit für die Zukunft. Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Ein Glaube-, Liebe- und Hoffnung Buchtipp – November 2024

Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien 2024Verleihung am 23.11.2024 auf der Buchmesse Wien, Kinderbühne, 15 Uhr

Jugendbuch des Monats November 2024 Ö1 – Ex Libris (17.11.2024)

Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2025 – Verleihung am 27. Mai 2025 im Kongresszentrum Eisenstadt (11 Uhr)

Buchempfehlungen:

seitenweise. Kinderliteratur 2024, Stube
Lesen. Das Fachportal für den Deutschunterricht, Buchtipp 1.11.2024, von Marlene Zöhrer
tell. Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft. tell-Liste Kinderbücher Weihnachten 2024, ausgewählt von Antje Ehmann, 10.12.2024
Die Presse. Spectrum. Samstag, 21.12.2024, Seite V. Mit vier Gedichten aus „was keiner kapiert“
Vorleseempfehlungen 2025 zum Schweizer Vorlesetag des Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendliteratur